Als Angehöriger mit der Diagnose eines geliebten Menschen umgehen
Als Angehöriger einer erkrankten Person tragen zu müssen, ist eine eigene, ernstzunehmende Belastung - die eigenen Gefühle verdienen genauso Raum wie die Sorge um die erkrankte Person. Diese Seite zeigt, wie das gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Als Angehöriger mit der Diagnose eines geliebten Menschen umzugehen, bringt eine eigene, oft übersehene Belastung mit sich - zwischen Sorge um die erkrankte Person und den eigenen Ängsten bleibt für die eigenen Gefühle häufig wenig Raum.
Mögliche Ursachen:
- Die Sorge um das Wohlergehen und die Zukunft der erkrankten Person
- Der eigene Rollenwechsel hin zu mehr Verantwortung und Fürsorge
- Das Gefühl, die eigenen Bedürfnisse angesichts der Erkrankung zurückstellen zu müssen
- Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Erkrankung und die eigene Zukunft
- Fehlende Anerkennung der eigenen Belastung als Angehöriger von aussen
Typische Gedanken:
- Ich darf mich nicht auch noch beklagen, es geht doch dem/der Erkrankten viel schlechter
- Wie soll ich stark bleiben, wenn ich selbst so verunsichert bin?
- Ich habe Angst um die Zukunft, traue mich aber nicht, das auszusprechen
- Wo bleibe eigentlich ich in dieser Situation?
Typische Situationen:
- Die eigene emotionale Belastung wird zugunsten der Unterstützung der erkrankten Person zurückgestellt
- Gespräche über die eigenen Ängste und Sorgen finden kaum statt
- Der Alltag wird zunehmend von der Erkrankung des nahestehenden Menschen bestimmt
- Erschöpfung und Überforderung bauen sich schleichend auf, ohne dass Raum dafür bleibt
Fragen, die dir helfen können
- Welche eigenen Gefühle (Angst, Wut, Erschöpfung) wurden bisher wenig oder gar nicht ausgesprochen?
- Welche Unterstützung wird für die eigene Person als Angehöriger benötigt?
- Wie lässt sich Fürsorge für die erkrankte Person mit der Sorge für sich selbst vereinbaren?
- Welche Ressourcen (Zeit, Erholung, Austausch) fehlen aktuell am meisten?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Sich bewusst eigene Zeit und Erholung neben der Fürsorge für die erkrankte Person einräumen
- Den Austausch mit anderen Angehörigen (Gruppen, Foren) in Betracht ziehen
- Die eigenen Gefühle offen gegenüber vertrauten Menschen aussprechen
- Konkrete Unterstützung im Alltag (Entlastung, Aufgabenteilung) aktiv einfordern
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching hilft, wenn die eigene Belastung als Angehöriger einer erkrankten Person stark zunimmt und zu wenig eigener Raum dafür bleibt.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird der eigenen Belastung als Angehöriger explizit Raum gegeben, unabhängig von der Fürsorge für die erkrankte Person.


