Dauerhaft mehr arbeiten, als im Vertrag steht
Dauerhafte Mehrarbeit über das vereinbarte Pensum hinaus lässt sich selten von einem Tag auf den anderen beenden - aber mit klaren Grenzen und einem offenen Gespräch durchbrechen. Diese Seite zeigt, wie das gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Dauerhaft mehr zu arbeiten, als vertraglich vereinbart, wird oft schleichend zur Normalität – bis die Überstunden zu einer echten Belastung werden, ohne dass klar ist, wie diese Entwicklung rückgängig gemacht werden kann. Fehlende Grenzen von Anfang an, eine Kultur, in der Mehrarbeit stillschweigend erwartet wird, und die eigene Schwierigkeit, Aufgaben abzulehnen, halten den Zustand aufrecht.
Mögliche Ursachen:
- Eine dauerhaft zu hohe Arbeitslast im Verhältnis zum vereinbarten Pensum
- Fehlende klare Grenzen, die von Anfang an gesetzt und kommuniziert wurden
- Eine Unternehmenskultur, in der Mehrarbeit stillschweigend erwartet wird
- Die eigene Schwierigkeit, Aufgaben abzulehnen oder Grenzen zu setzen
- Die Sorge, bei weniger Einsatz als weniger engagiert zu gelten
Typische Gedanken:
- Wenn ich nicht mehr mache, bleibt die Arbeit liegen
- Ich will nicht als unzuverlässig gelten
- Alle anderen machen das doch auch so
- Ich weiss nicht mehr, wie ich da wieder rauskommen soll
Typische Situationen:
- Regelmässig deutlich länger arbeiten, als im Vertrag vorgesehen ist
- Überstunden werden weder erfasst noch ausgeglichen
- Sich bei dem Gedanken, pünktlich Feierabend zu machen, schuldig fühlen
- Die eigene Erschöpfung zunehmend spüren, ohne die Arbeitszeit tatsächlich zu reduzieren
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches beschreiben, wie eine Ausnahme zur Norm wird. «Nur diese Woche noch» ohne Enddatum verschiebt still die Baseline: Nach ein paar Monaten ist das erhöhte Pensum das Normale, und pünktlich zu gehen fühlt sich wie Minderleistung an. Grenzen, die dauerhaft halten sollen, brauchen deshalb ein Datum und eine explizite Ansage – sonst frisst die nächste Ausnahme sie wieder auf.
Fragen, die dir helfen können
- Wie viele Überstunden fallen im Durchschnitt tatsächlich an, und wurde das je dokumentiert?
- Was passiert konkret, wenn die vereinbarte Arbeitszeit tatsächlich eingehalten wird?
- Welche Aufgaben liessen sich delegieren, verschieben oder ganz weglassen?
- Wie könnte ein Gespräch mit der Führungskraft über die tatsächliche Arbeitslast aussehen?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Die tatsächlich geleisteten Stunden über einen bestimmten Zeitraum dokumentieren
- Ein Gespräch mit der Führungskraft über die reale Arbeitslast und mögliche Prioritäten suchen
- Bewusst klare Arbeitszeitgrenzen setzen und einhalten
- Aufgaben aktiv priorisieren oder delegieren, statt alles selbst zu übernehmen
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn die dauerhafte Mehrarbeit zur Erschöpfung führt, wenn du dich bei dem Gedanken an pünktlichen Feierabend schuldig fühlst, oder wenn du nicht mehr weisst, wie du da wieder herauskommst – dann hilft es, die Lage sichtbar zu machen und Grenzen neu zu ziehen.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach nutzt die dokumentierte, tatsächlich geleistete Arbeitszeit als Grundlage für ein Gespräch mit der Führung über die reale Arbeitslast und Prioritäten. Konkret wird geübt, klare Arbeitszeitgrenzen zu setzen und Aufgaben aktiv zu priorisieren oder abzugeben. Was sich verändert: Aus einem unsichtbaren Dauerzustand wird eine besprechbare Zahl.





