Kündigen aus Wut – und es später bereuen?
Eine impulsiv ausgesprochene Kündigung ist meist Ausdruck einer Situation, die schon länger unter der Oberfläche brodelte. Diese Seite hilft, mit den Folgen umzugehen und den nächsten Schritt bewusst statt erneut impulsiv zu wählen.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Eine Kündigung im Affekt, aus Wut oder Frust ausgesprochen, kann im Nachhinein zu Reue führen – besonders wenn die auslösende Situation sich im Rückblick weniger dramatisch darstellt. Zur ursprünglichen Belastung kommt dann die Sorge, überstürzt gehandelt und sich selbst geschadet zu haben. Häufig hatte sich der Frust über lange Zeit aufgestaut und sich in einem einzelnen Moment entladen.
Mögliche Ursachen:
- Ein akuter Konflikt oder eine Kränkung, die im Moment übermächtig wirkte
- Aufgestauter Frust, der sich in einem einzelnen Moment entlädt
- Fehlender Abstand zwischen Auslöser und Entscheidung
- Der Wunsch, im Moment ein klares Zeichen zu setzen
- Fehlende Erfahrung im Umgang mit starken Emotionen in beruflichen Konfliktsituationen
Typische Gedanken:
- Das hätte ich nicht so sagen sollen
- War die Situation wirklich so schlimm, wie sie sich im Moment angefühlt hat?
- Jetzt stehe ich ohne Plan da
- Ich schäme mich für meine Reaktion
Typische Situationen:
- Direkt nach einem hitzigen Gespräch die Kündigung aussprechen oder einreichen
- Im Nachhinein den Wunsch verspüren, die Kündigung zurückzunehmen
- Sich fragen, ob eine ruhigere Reaktion die Situation hätte lösen können
- Unsicherheit, ob und wie ein Rückzieher noch möglich ist
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches trennen den Impuls vom Urteil, das darin steckt. Die Wut hatte fast immer recht darin, dass etwas nicht stimmt – sie zeigt eine echte Grenze an. Unrecht hatte sie nur im Timing und in der Form. Wer die Kündigung im Nachhinein komplett als «Fehler» abtut, wirft auch die richtige Information weg. Die bessere Lesart: Das Signal war korrekt, die Ausführung übereilt.
Fragen, die dir helfen können
- War die Kündigung tatsächlich überstürzt, oder hat sie einen längeren Konflikt sichtbar gemacht?
- Ist ein Rückzieher rechtlich und persönlich überhaupt noch gewünscht?
- Was hätte in der ursprünglichen Situation eine ruhigere Reaktion ermöglicht?
- Wie kann mit vergleichbaren Situationen künftig anders umgegangen werden?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Prüfen, ob und bis wann ein Widerruf der Kündigung formal möglich ist
- Ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen, sobald der erste Ärger abgeklungen ist
- Den ursprünglichen Auslöser mit etwas Abstand nüchtern analysieren
- Für künftige Konfliktsituationen eine bewusste Pause vor wichtigen Entscheidungen einplanen
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn die impulsive Kündigung Reue oder Scham auslöst, wenn unklar ist, ob und wie ein Rückzieher möglich wäre, oder wenn du fürchtest, in Konflikten immer wieder so zu reagieren – dann hilft es, die Situation mit Abstand geordnet anzuschauen. Coaching ist hier gut geeignet; für die formalen Fragen zum Widerruf ist zusätzlich arbeitsrechtliche Auskunft sinnvoll.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach ordnet zuerst den Auslöser ein: War die Situation wirklich so, wie sie sich im Moment angefühlt hat? Dann wird geklärt, welche Optionen jetzt noch offen sind – Klärungsgespräch, Widerruf, sauberer Abgang – und welche davon zu dir passt. Für die Zukunft wird eine bewusste Pause vor grossen Entscheidungen eingeübt. Was sich verändert: Der nächste Schritt wird bewusst gewählt statt erneut impulsiv.




