Unterschiedliche Erwartungen zwischen den Familien bei Enkelkindern
Unterschiedliche Erwartungen der beiden Grosseltern-Familien lassen sich am besten durch klare, gemeinsam abgestimmte Regeln der Eltern handhaben. Diese Seite zeigt, wie das gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Unterschiedliche Erwartungen zwischen den beiden Familien bei Enkelkindern – zu Erziehung, Kontakthäufigkeit oder Geschenken – bringen die Eltern der Kinder in die Mitte zwischen den Grosseltern-Generationen. Eine Seite mischt sich stärker ein als die andere, unterschiedliche Erwartungen an Besuche führen zu Spannungen, und Vergleiche zwischen den Familienseiten werden zum Thema. Die eigenen Kinder bekommen die Spannungen mit. Oft setzen sich alte familiäre Konkurrenzen nun über die Enkelkinder fort.
Mögliche Ursachen:
- Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen zwischen den beiden Grosseltern-Familien
- Ungleiche Kontakthäufigkeit oder -intensität, die als Ungerechtigkeit empfunden wird
- Fehlende klare Absprachen zwischen den Eltern und beiden Grosselternteilen
- Alte familiäre Konkurrenz oder Spannungen, die sich nun über die Enkelkinder fortsetzen
- Fehlende gemeinsame Haltung der Eltern gegenüber beiden Familienseiten
Typische Gedanken:
- Ich stehe ständig zwischen den unterschiedlichen Erwartungen beider Familien
- Warum kann das nicht einfach unkompliziert sein?
- Ich habe das Gefühl, es niemandem recht machen zu können
- Wie setze ich hier faire Grenzen, ohne jemanden zu verletzen?
Typische Situationen:
- Eine Grosseltern-Seite mischt sich stärker in Erziehungsfragen ein als die andere
- Unterschiedliche Erwartungen an Besuchshäufigkeit führen zu Spannungen
- Vergleiche zwischen den beiden Familienseiten (Geschenke, Aufmerksamkeit) werden zum Thema
- Die eigenen Kinder bekommen die Spannungen zwischen den Familien mit
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches unterscheiden die Rolle des Vermittlers von der des Rahmensetzers. Als Vermittler trägt man die Erwartungen der einen Seite zur anderen, gleicht aus, entschuldigt – und wird zwischen beiden zerrieben. Als Rahmensetzer entscheidet das Elternpaar selbst, wie viel Kontakt und welche Regeln gelten, und teilt beiden Seiten dasselbe mit. Der Konflikt zwischen den Familien ist dann nicht mehr der eigene, den man lösen muss, sondern deren eigener.
Fragen, die dir helfen können
- Welche konkreten Erwartungen unterscheiden sich zwischen den beiden Familien am stärksten?
- Welche gemeinsamen, für beide Seiten geltenden Regeln liessen sich als Eltern festlegen?
- Wie einig sind die Eltern selbst in ihrer Haltung gegenüber beiden Familienseiten?
- Was würde helfen, faire Grenzen zu setzen, ohne beide Seiten emotional zu verlieren?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Als Elternpaar eine gemeinsame, klare Haltung gegenüber beiden Familienseiten entwickeln
- Einheitliche Regeln für beide Grosseltern-Familien kommunizieren, statt individuelle Ausnahmen zu machen
- Konflikte direkt mit der jeweiligen Familienseite klären, statt sie über die Kinder auszutragen
- Die eigenen Kinder möglichst aus den Spannungen zwischen den Familien heraushalten
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching kann helfen, wenn die unterschiedlichen Erwartungen dauerhaft belasten und eine faire Lösung fehlt – wenn man das Gefühl hat, es niemandem recht machen zu können, und ständig zwischen den Familien vermittelt.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird als Elternpaar eine gemeinsame, klare Haltung gegenüber beiden Familienseiten entwickelt: einheitliche Regeln statt individueller Ausnahmen, Konflikte direkt mit der jeweiligen Familienseite geklärt statt über die Kinder ausgetragen. Die eigenen Kinder werden bewusst aus den Spannungen herausgehalten. Was sich verändert: Man ist nicht mehr Vermittler zwischen zwei Parteien, sondern Rahmensetzer – und der Konflikt zwischen den Familien bleibt deren Konflikt.


