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Angst, Kolleg:innen und Familie von der Kündigung zu erzählen

Eine Kündigung zu verheimlichen kostet oft mehr Kraft als sie zu erzählen - auch wenn der erste Schritt dorthin schwerfällt. Diese Seite zeigt, wie ein offener Umgang gelingen kann.

Was hinter dieser Situation stecken kann

Die Angst, Kolleginnen, Freunden oder der eigenen Familie von einer Kündigung zu erzählen, führt oft dazu, dass die Situation verheimlicht wird – was zusätzlichen Stress erzeugt, weil zur eigentlichen Belastung eine aufwendige Fassade kommt. Man tut weiter so, als würde man zur Arbeit gehen, weicht Fragen aus und fühlt sich zunehmend isoliert.

Mögliche Ursachen:

  • Scham- oder Versagensgefühle im Zusammenhang mit der Kündigung
  • Die Sorge vor Mitleid, Bewertung oder unerwünschten Ratschlägen
  • Ein Selbstbild, das stark an beruflichen Erfolg gekoppelt ist
  • Frühere Erfahrungen, bei denen persönliche Rückschläge negativ aufgenommen wurden
  • Unsicherheit, wie die Kündigung sachlich und ohne Rechtfertigung erklärt werden kann

Typische Gedanken:

  • Was werden die anderen von mir denken?
  • Ich will nicht als Versager:in dastehen
  • Es ist einfacher, so zu tun, als wäre alles wie immer
  • Wie lange kann ich das noch geheim halten?

Typische Situationen:

  • Weiterhin so tun, als würde man zur Arbeit gehen, obwohl gekündigt wurde
  • Gespräche über den Job aktiv vermeiden oder ausweichend beantworten
  • Sich zunehmend isoliert fühlen, weil das eigentliche Thema nicht angesprochen werden kann
  • Innerlich unter dem Druck stehen, die Fassade aufrechtzuerhalten

Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen

Erfahrene Coaches rechnen die Kosten der Fassade vor. Verheimlichen fühlt sich sicherer an – niemand urteilt, was man nicht weiss. Aber die Fassade kostet dauernd: Ausweichen, Aufpassen, Isolation, die Angst vor dem Auffliegen. Die Wahrheit kostet einmal, in ein paar unangenehmen Gesprächen, und entlastet danach. Und der grösste Teil des befürchteten Urteils entsteht meist in der eigenen Vorstellung, nicht im Gegenüber.

Fragen, die dir helfen können

  • Welche konkrete Reaktion wird befürchtet, wenn die Kündigung erzählt wird - und wie realistisch ist sie?
  • Wem gegenüber fällt es besonders schwer, offen zu sein, und warum?
  • Was würde sich durch Offenheit verändern - Entlastung, neue Unterstützung, etwas anderes?
  • Wie könnte eine kurze, sachliche Formulierung für das Thema aussehen?

Was du selbst ausprobieren kannst

  • Mit einer besonders vertrauten Person als Erstes offen sprechen
  • Eine kurze, sachliche Formulierung für die Situation vorbereiten
  • Die eigene Scham von der tatsächlichen Situation (z. B. betriebsbedingte Kündigung) unterscheiden
  • Sich bewusst machen, dass ein Grossteil des befürchteten Urteils in der eigenen Vorstellung entsteht

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn das Verheimlichen selbst zur Belastung wird, wenn du Gespräche über den Job aktiv vermeidest, oder wenn dir der erste Schritt zur Offenheit allein schwerfällt – dann hilft es, die Scham hinter dem Schweigen anzuschauen.

Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann

Ein Coach hilft, die eigene Scham von der tatsächlichen Situation zu trennen – eine betriebsbedingte Kündigung ist kein persönliches Versagen. Konkret wird ein erstes offenes Gespräch mit einer besonders vertrauten Person vorbereitet und eine kurze, sachliche Formulierung für den weiteren Kreis. Was sich verändert: Aus einem Geheimnis, das Kraft kostet, wird eine Tatsache, die man ruhig benennen kann.

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