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Traue mich nicht, eine Gehaltserhöhung zu fordern

Eine Gehaltserhöhung zu fordern ist eine Fähigkeit, die sich üben lässt - unabhängig davon, wie sehr sie zunächst Überwindung kostet. Diese Seite zeigt, wie eine solche Verhandlung vorbereitet werden kann.

Was hinter dieser Situation stecken kann

Sich nicht zu trauen, eine Gehaltserhöhung zu fordern, obwohl der Wunsch besteht, ist weit verbreitet. Die Angst vor Ablehnung oder einer unangenehmen Reaktion hält viele davon ab, das Gespräch überhaupt zu suchen. Dazu kommt oft die Unsicherheit, ob die eigene Leistung eine Erhöhung wirklich rechtfertigt, und die Sorge, als fordernd oder undankbar zu gelten.

Mögliche Ursachen:

  • Unsicherheit, ob die eigene Leistung eine Gehaltserhöhung tatsächlich rechtfertigt
  • Die Sorge, als fordernd oder undankbar wahrgenommen zu werden
  • Fehlende Erfahrung im Führen von Gehaltsverhandlungen
  • Ein grundsätzlich zurückhaltender Umgang mit den eigenen Bedürfnissen im Berufsleben
  • Unklarheit über übliche Gehälter in der eigenen Position oder Branche

Typische Gedanken:

  • Was, wenn mein Chef das als unangemessen empfindet?
  • Ich weiss nicht, ob ich das wirklich verdient habe
  • Andere trauen sich das viel leichter als ich
  • Vielleicht ist jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt

Typische Situationen:

  • Das Gespräch über eine Gehaltserhöhung immer wieder aufschieben
  • Bei der Vorstellung des Gesprächs deutlich nervös werden
  • Sich im Gespräch mit weniger zufriedengeben, als eigentlich gewünscht war
  • Von Kolleg:innen hören, dass sie erfolgreich verhandelt haben, und sich selbst dafür kritisieren, es nicht zu tun

Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen

Erfahrene Coaches unterscheiden Belohnung von Verhandlung. In der Belohnungslogik wartet man darauf, dass gute Leistung irgendwann von selbst mit mehr Gehalt anerkannt wird – und ist enttäuscht, wenn es nicht passiert. Gehälter werden aber selten vergeben, sie werden verhandelt. Das ist kein Zeichen von Gier, sondern die normale Funktionsweise. Wer nicht fragt, bekommt in aller Regel auch nicht.

Fragen, die dir helfen können

  • Welche konkreten Leistungen oder Erfolge sprechen für eine Gehaltserhöhung?
  • Was genau macht die Angst vor dem Gespräch aus - die Ablehnung, die Reaktion oder etwas anderes?
  • Wie sieht ein marktübliches Gehalt für die eigene Position tatsächlich aus?
  • Was wäre der ungünstigste, aber realistische Ausgang des Gesprächs - und wie schlimm wäre das wirklich?

Was du selbst ausprobieren kannst

  • Die eigenen Erfolge und Leistungen der letzten Zeit konkret dokumentieren
  • Marktübliche Gehälter für die eigene Position recherchieren
  • Das Gespräch mit einer klaren, konkreten Forderung vorbereiten und üben
  • Einen passenden Zeitpunkt für das Gespräch bewusst wählen, statt ihn dem Zufall zu überlassen

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn du das Gespräch seit Monaten aufschiebst, wenn du bei der Vorstellung deutlich nervös wirst, oder wenn du von Kolleginnen und Kollegen hörst, dass sie erfolgreich verhandelt haben, und dich dafür kritisierst, es nicht zu tun – dann hilft eine konkrete Vorbereitung mehr als weiteres Warten auf den richtigen Moment.

Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann

Ein Coach schärft die Argumentation: Welche Erfolge und welche gewachsene Verantwortung sprechen konkret für eine Anpassung, und was ist marktüblich? Das Gespräch wird mit einer klaren, konkreten Forderung vorbereitet und einmal geübt. Was sich verändert: Aus einer Bitte um Wohlwollen wird eine sachlich begründete Verhandlung, die du ruhig führen kannst.

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