Angst vor Fehlern lähmt im Job
Angst vor Fehlern im Job lähmt oft mehr, als der eigentliche Fehler kosten würde - ein realistischerer Umgang mit Fehlern lässt sich gezielt aufbauen. Diese Seite zeigt, wie das gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Die Angst, im Job einen Fehler zu machen, ist so gross, dass sie das eigene Handeln lähmt – Entscheidungen werden hinausgezögert, Aufgaben übervorsichtig angegangen, Ergebnisse weit über das Nötige hinaus kontrolliert. Diese Angst kostet viel Energie, bremst die eigene Entwicklung und macht neue oder unklare Situationen unverhältnismässig anstrengend.
Mögliche Ursachen:
- Frühere Erfahrungen, bei denen Fehler im Job hart sanktioniert wurden
- Ein Arbeitsumfeld mit geringer Fehlerkultur
- Ein hoher eigener Perfektionsanspruch, der Fehler grundsätzlich ausschliessen will
- Die Sorge, durch einen Fehler die eigene berufliche Position zu gefährden
Typische Gedanken:
- Ich habe ständig Angst, einen Fehler zu machen
- Diese Angst lähmt mich bei Entscheidungen, die ich eigentlich treffen könnte
- Was, wenn mir ein Fehler unterläuft und das Konsequenzen hat?
- Ich bin viel vorsichtiger, als es die Situation eigentlich erfordert
Typische Situationen:
- Entscheidungen werden immer wieder aufgeschoben, aus Angst vor einem Fehler
- Aufgaben werden mehrfach kontrolliert, weit über das notwendige Mass hinaus
- Neue oder unklare Situationen lösen überdurchschnittlich starke Anspannung aus
- Ein Gefühl von Erschöpfung durch die ständige Wachsamkeit gegenüber möglichen Fehlern
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches stellen die reale den gefühlten Fehlerkosten gegenüber. Gefühlt kostet ein Fehler die Position, das Ansehen, die Karriere. Real sind die allermeisten Fehler klein, korrigierbar und innerhalb weniger Wochen vergessen. Die Angst dagegen kostet dauerhaft: Energie, Tempo, Entwicklung, Freude an der Arbeit. Rechnet man ehrlich, ist die Angst fast immer teurer als das, wovor sie schützt.
Fragen, die dir helfen können
- Was wäre die tatsächliche Konsequenz eines realistischen Fehlers in meiner Position?
- Wie geht mein Arbeitsumfeld grundsätzlich mit Fehlern um?
- Woher stammt meine besonders starke Angst vor Fehlern im Job?
- Was würde sich verändern, wenn ich Fehler als normalen Teil der Arbeit akzeptiere?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Die tatsächlichen, realistischen Konsequenzen möglicher Fehler sachlich einschätzen
- Mit Vorgesetzten oder Kolleginnen und Kollegen offen über die Fehlerkultur im Team sprechen
- Eine Entscheidung bewusst mit vertretbarem Risiko treffen, statt sie endlos hinauszuzögern
- Frühere eigene Fehler auf ihre tatsächlichen, oft geringeren Folgen hin betrachten
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn die Angst vor Fehlern regelmässig Entscheidungen blockiert, wenn du viel vorsichtiger bist, als die Situation es erfordert, oder wenn die ständige Wachsamkeit dich erschöpft – dann lohnt es sich, an einem realistischeren Umgang mit Risiko zu arbeiten.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach hilft, die tatsächlichen Konsequenzen möglicher Fehler sachlich einzuschätzen, offen über die Fehlerkultur im Team zu sprechen und Entscheidungen bewusst mit vertretbarem Risiko zu treffen statt sie endlos hinauszuzögern. Frühere eigene Fehler werden auf ihre realen, oft geringeren Folgen hin betrachtet. Was sich verändert: Risiko wird kalkulierbar statt bedrohlich.



