Das Gefühl, sich selbst fremd geworden zu sein
Sich selbst fremd zu fühlen ist meist ein Zeichen dafür, dass über längere Zeit wenig Raum für die eigene innere Welt war - nicht ein dauerhafter Zustand. Diese Seite zeigt, wie sich die Verbindung zu sich selbst wieder aufbauen lässt.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Ein Gefühl der Entfremdung von sich selbst macht sich breit – der Alltag läuft, aber es fühlt sich an, als würde man ihn eher beobachten als wirklich erleben. Wer man «eigentlich» ist, scheint hinter Routinen und Rollen verloren gegangen zu sein. Auf die Frage «Wie geht es dir wirklich?» findet man keine echte Antwort, und Entscheidungen werden getroffen, ohne wirklich zu spüren, was man selbst will. Dahinter steht oft ein langer Zeitraum, in dem der Alltag stark von aussen bestimmt wurde.
Mögliche Ursachen:
- Ein langer Zeitraum, in dem der Alltag stark von äusseren Anforderungen bestimmt wurde
- Chronische Überlastung, die wenig Raum für eigene Empfindungen lässt
- Eine grosse Rollenanpassung über längere Zeit (z. B. beruflich, familiär)
- Fehlende bewusste Momente der Selbstverbindung im Alltag
Typische Gedanken:
- Ich weiss gar nicht mehr genau, wer ich eigentlich bin
- Mein Alltag fühlt sich an, als würde ich ihn nur abspulen
- Früher hatte ich das Gefühl, mich selbst besser zu kennen
- Wo ist die Person geblieben, die ich einmal war?
Typische Situationen:
- Auf die Frage "Wie geht es dir wirklich?" keine echte Antwort finden
- Sich in vertrauten Situationen unerwartet fremd oder distanziert fühlen
- Entscheidungen treffen, ohne wirklich zu spüren, was man selbst will
- Ein Gefühl von innerer Leere trotz eines funktionierenden Alltags
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches beschreiben Selbstentfremdung selten als Verlust, sondern als lange Funkstille. Man hat sich nicht verloren – man hat über Monate oder Jahre kaum noch nach innen geschaut, weil der Alltag jede Aufmerksamkeit nach aussen zog. Die innere Welt ist wie eine Sprache, die man noch kann, aber lange nicht gesprochen hat: Sie kommt zurück, wenn man ihr wieder regelmässig Raum gibt.
Fragen, die dir helfen können
- Seit wann besteht dieses Gefühl der Entfremdung ungefähr?
- Was hat sich in dieser Zeit in meinem Leben verändert oder verdichtet?
- Wann habe ich mich zuletzt wirklich "wie ich selbst" gefühlt?
- Was bräuchte ich, um mir selbst wieder näherzukommen?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Bewusst kleine Momente der Stille und Selbstwahrnehmung im Alltag einplanen
- Aktivitäten aus einer Zeit wieder aufnehmen, in der man sich selbst näher war
- Die eigene Belastungssituation ehrlich einschätzen
- Gefühle im Alltag bewusster benennen statt sie zu übergehen
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching kann helfen, wenn das Gefühl der Selbstentfremdung anhält und sich nicht von selbst auflöst. Wenn zusätzlich anhaltende Niedergeschlagenheit, Interesselosigkeit oder das Gefühl innerer Leere über Wochen bestehen, gehört eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung dazu.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird der Verbindung zu sich selbst gezielt wieder Raum gegeben – durch Fragen und Übungen, die die eigene innere Welt zugänglich machen. Man plant kleine Momente der Stille und Selbstwahrnehmung ein, nimmt Aktivitäten aus einer Zeit wieder auf, in der man sich selbst näher war, und benennt Gefühle im Alltag bewusster, statt sie zu übergehen. Was sich verändert: Der Kontakt zur eigenen inneren Welt kommt zurück.





