Die eigene Firma aufgeben zu müssen fühlt sich wie ein persönliches Scheitern an
Eine Firma aufzugeben, ist eine geschäftliche Entscheidung - sie muss kein Urteil über den eigenen Wert als Person sein. Diese Seite hilft, diese Unterscheidung bewusst zu treffen.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Die eigene Firma aufgeben zu müssen fühlt sich für viele wie ein zutiefst persönliches Scheitern an – selbst wenn sachliche Gründe dafür sprechen, lässt sich das Gefühl des Versagens schwer von der reinen Geschäftsentscheidung trennen. Die Entscheidung löst intensive Trauer und Selbstzweifel aus, Gespräche darüber werden vermieden, und die emotionale Verarbeitung wird von der praktischen Abwicklung überlagert.
Mögliche Ursachen:
- Eine starke persönliche Identifikation mit der eigenen Firma
- Der hohe emotionale und zeitliche Einsatz, der in den Aufbau der Firma geflossen ist
- Gesellschaftliche Narrative, die unternehmerisches Scheitern stark negativ bewerten
- Die Sorge um die Reaktion von Familie, Freunden und dem beruflichen Umfeld
- Die Schwierigkeit, zwischen der Firma als Projekt und der eigenen Person als Unternehmer:in zu unterscheiden
Typische Gedanken:
- Diese Firma war so ein grosser Teil von mir - was bin ich jetzt, ohne sie?
- Ich habe versagt, obwohl ich alles gegeben habe
- Was werden andere über mich denken, wenn ich aufgebe?
- War der ganze Einsatz umsonst?
Typische Situationen:
- Die Entscheidung, die Firma aufzugeben, löst intensive Trauer und Selbstzweifel aus
- Der Vergleich mit der eigenen Identität als erfolgreiche:r Unternehmer:in erschwert die Akzeptanz der Entscheidung
- Gespräche über das Ende der Firma werden möglichst vermieden
- Die eigene emotionale Verarbeitung wird von praktischen Abwicklungsaufgaben überlagert
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches unterscheiden die Firma als Projekt von der Firma als Identität. Ein Projekt kann enden – aus Marktgründen, aus Timing, aus tausend Faktoren, die nichts mit der Person zu tun haben. Wenn die Firma zur Identität geworden ist («ich bin die Gründerin von X»), wird ihr Ende zum Ende des eigenen Selbst. Die Arbeit besteht darin, den Wert wieder in der Person zu verankern – in den Fähigkeiten, den Beziehungen, den Erfahrungen –, die alle bleiben, wenn die Firma geht.
Fragen, die dir helfen können
- Welche sachlichen Gründe stehen hinter der Entscheidung, die Firma aufzugeben?
- Wie lässt sich die geschäftliche Entscheidung von der eigenen Selbstbewertung als Person trennen?
- Was wurde durch die Erfahrung mit dieser Firma tatsächlich gelernt und mitgenommen?
- Welche Unterstützung wird für die emotionale Verarbeitung dieses Abschieds gebraucht?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Die eigenen Erfahrungen und gelernten Fähigkeiten aus der Zeit mit der Firma bewusst würdigen
- Ein offenes Gespräch mit vertrauten Menschen über die Entscheidung und die damit verbundenen Gefühle suchen
- Die geschäftliche Entscheidung von der persönlichen Identität bewusst trennen
- Sich Zeit für die emotionale Verarbeitung geben, auch während der praktischen Abwicklung
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn sich die Aufgabe der Firma wie ein persönliches Scheitern anfühlt und die emotionale Verarbeitung schwerfällt, wenn du dich fragst, was du ohne diese Firma bist, oder wenn dich die Sorge um das Urteil anderer belastet – dann lohnt es sich, diese Trennung bewusst zu ziehen.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach hilft, die eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten aus der Zeit mit der Firma zu würdigen, ein offenes Gespräch mit Vertrauten über die Entscheidung und die Gefühle zu suchen und der emotionalen Verarbeitung Raum zu geben, auch während der praktischen Abwicklung. Was sich verändert: Das Ende wird begleitet statt nur überstanden.




