Etwas unbedingt wollen, aber unbewusst dagegen arbeiten
Wenn das eigene Verhalten dem bewussten Ziel widerspricht, lohnt sich die Frage, welches unbewusste Bedürfnis dabei eigentlich erfüllt wird. Diese Seite zeigt, wie sich dieser Widerspruch auflösen lässt.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Ein Ziel wird bewusst und ernsthaft verfolgt – gleichzeitig gibt es Handlungen, die diesem Ziel unbewusst entgegenwirken. Dieser innere Widerspruch zwischen bewusstem Wollen und unbewusstem Handeln ist verwirrend und frustrierend. Trotz eines klaren Ziels werden wichtige Chancen unbewusst verpasst, nach aussen wird Engagement gezeigt, während innerlich Widerstand besteht. Ein Teil von einem scheint das Ziel gar nicht so sehr zu wollen wie gedacht.
Mögliche Ursachen:
- Ein unbewusster sekundärer Krankheitsgewinn oder Vorteil des aktuellen Zustands
- Ein innerer Konflikt zwischen dem Ziel und einem tieferliegenden Sicherheitsbedürfnis
- Ambivalente Gefühle gegenüber dem Ziel, die nicht bewusst wahrgenommen werden
- Ängste vor den Konsequenzen des Zielerreichens, die dem Ziel selbst entgegenwirken
Typische Gedanken:
- Ich will das eigentlich wirklich, aber mein Verhalten zeigt manchmal etwas anderes
- Ich verstehe selbst nicht, warum ich manchmal gegen mein eigenes Ziel arbeite
- Ein Teil von mir scheint das Ziel gar nicht so sehr zu wollen, wie ich dachte
- Was hält mich wirklich davon ab, konsequent zu handeln?
Typische Situationen:
- Trotz eines klaren beruflichen Ziels werden wichtige Chancen unbewusst verpasst
- Ein Gesundheitsziel wird verfolgt, während gleichzeitig gegenteilige Gewohnheiten bestehen bleiben
- Beziehungsziele werden gewünscht, aber durch eigenes Verhalten unbewusst erschwert
- Nach aussen wird Engagement gezeigt, während innerlich Widerstand besteht
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches nehmen bei einem Widerspruch zwischen Ziel und Verhalten das Verhalten als die ehrlichere Auskunft. Was man sagt zu wollen, ist gefiltert durch das, was man wollen sollte. Was man tut, zeigt, worauf das System tatsächlich optimiert – oft auf einen verborgenen Vorteil des jetzigen Zustands. Die Frage ist nicht «warum bin ich so inkonsequent?», sondern «was gewinnt der Teil von mir, der bremst?».
Fragen, die dir helfen können
- In welchen konkreten Situationen handle ich meinem eigenen Ziel entgegen?
- Was würde sich verändern - auch an Nachteilen -, wenn ich das Ziel tatsächlich erreiche?
- Gibt es einen Teil von mir, der dem Ziel eigentlich ambivalent gegenübersteht?
- Welches unbewusste Bedürfnis könnte durch das gegenteilige Verhalten erfüllt werden?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Die eigenen widersprüchlichen Handlungen konkret dokumentieren
- Mögliche Vorteile des aktuellen, unveränderten Zustands ehrlich reflektieren
- Die eigene Ambivalenz gegenüber dem Ziel offen zulassen, statt sie zu verdrängen
- Das Ziel gegebenenfalls so anpassen, dass es besser zu den eigenen tatsächlichen Bedürfnissen passt
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching kann helfen, wenn der Widerspruch zwischen bewusstem Ziel und unbewusstem Verhalten anhält und die eigene Zielerreichung verhindert. Ein Anzeichen ist, dass man sich selbst nicht erklären kann, warum man gegen das eigene Ziel arbeitet.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird die unbewusste Ambivalenz gegenüber dem Ziel sichtbar gemacht – das ist die Voraussetzung, um wirklich konsequent handeln zu können. Die widersprüchlichen Handlungen werden dokumentiert, mögliche Vorteile des unveränderten Zustands ehrlich reflektiert und das Ziel gegebenenfalls so angepasst, dass es besser zu den eigenen tatsächlichen Bedürfnissen passt. Was sich verändert: Statt gegen das eigene Verhalten zu kämpfen, versteht man, worauf es zielt.




