Scham davor, anderen vom Scheitern der eigenen Firma zu erzählen
Unternehmerisches Scheitern offen anzusprechen, ist entlastender als es zu verbergen - und deutlich häufiger, als das gesellschaftliche Bild vermuten lässt. Diese Seite zeigt, wie ein offenerer Umgang gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Die Scham davor, anderen vom Scheitern der eigenen Firma zu erzählen, führt oft dazu, dass diese Erfahrung verschwiegen oder beschönigt wird - was den ohnehin schwierigen Prozess der Verarbeitung zusätzlich erschwert.
Mögliche Ursachen:
- Gesellschaftliche Erzählungen, die unternehmerisches Scheitern stark negativ bewerten
- Die enge Verknüpfung des eigenen Selbstwerts mit dem unternehmerischen Erfolg
- Die Sorge vor Bewertung oder Mitleid durch das eigene Umfeld
- Frühere stolze Kommunikation über die Firma, die das spätere Eingeständnis des Scheiterns erschwert
- Der Vergleich mit vermeintlich erfolgreicheren Unternehmer:innen im eigenen Umfeld
Typische Gedanken:
- Ich schäme mich zutiefst dafür, dass meine Firma gescheitert ist
- Was werden andere von mir denken, wenn sie das erfahren?
- Ich habe so stolz über meine Firma gesprochen, wie soll ich jetzt vom Scheitern erzählen?
- Ich will lieber gar nicht darüber reden
Typische Situationen:
- Fragen nach dem Stand der eigenen Firma werden ausweichend oder unvollständig beantwortet
- Der offene Austausch über die Erfahrung des Scheiterns wird konsequent vermieden
- Die eigene Scham verhindert es, Unterstützung aus dem Umfeld anzunehmen
- Der Vergleich mit dem Erfolg anderer verstärkt das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit
Fragen, die dir helfen können
- Welche konkrete Reaktion wird beim Erzählen vom Scheitern der Firma befürchtet - und wie realistisch ist sie?
- Mit wem im eigenen Umfeld liesse sich am ehesten offen darüber sprechen?
- Was würde sich verändern, wenn die Erfahrung nicht mehr verheimlicht werden müsste?
- Wie liesse sich das Scheitern als Lernerfahrung statt als reines Versagen einordnen?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Mit einer besonders vertrauten Person als Erstes offen über das Scheitern der Firma sprechen
- Eine sachliche, selbstbewusste Formulierung für Gespräche über die Erfahrung entwickeln
- Sich bewusst machen, dass unternehmerisches Scheitern weiter verbreitet ist, als das eigene Umfeld vermuten lässt
- Den Austausch mit anderen Gründer:innen suchen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching hilft, wenn die Scham über das Scheitern der eigenen Firma stark belastet und einen offenen Umgang damit verhindert.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird die Scham von der tatsächlichen Erfahrung getrennt und ein selbstbewusster, offener Umgang damit entwickelt.


