Aus einem großen Fehler wirklich lernen, statt nur darunter zu leiden
Aus einem grossen Fehler zu lernen bedeutet, ihn bewusst zu betrachten, statt ihn nur zu erleiden oder zu verdrängen. Diese Seite zeigt, wie eine konstruktive Verarbeitung gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Ein grosser Fehler wiegt schwer und löst vor allem Leiden, Scham oder Selbstvorwürfe aus – der eigentliche Lerneffekt bleibt dabei aus. Statt aus dem Fehler zu wachsen, bleibt man in der Selbstverurteilung stecken. Der Fehler wird immer wieder gedanklich durchgespielt, ohne dass sich etwas klärt, und Scham verhindert, offen darüber zu sprechen. Ähnliche Situationen lösen erneute Selbstvorwürfe statt bewusstes anderes Handeln aus.
Mögliche Ursachen:
- Ein hoher Perfektionsanspruch, der Fehler als grundsätzliches Versagen bewertet
- Fehlende Struktur, um einen Fehler konstruktiv statt nur emotional zu verarbeiten
- Starke Scham, die den Blick auf mögliche Lerneffekte verstellt
- Der Fehler wird immer wieder gedanklich durchlebt, statt eingeordnet zu werden
Typische Gedanken:
- Ich kann diesen Fehler einfach nicht loslassen
- Ich fühle mich schlecht deswegen, aber ich weiss nicht, was ich daraus lernen soll
- Am liebsten würde ich das ungeschehen machen
- Was sagt dieser Fehler eigentlich über mich als Person aus?
Typische Situationen:
- Der Fehler wird immer wieder gedanklich durchgespielt, ohne dass sich etwas klärt
- Scham verhindert, offen über den Fehler und mögliche Lehren daraus zu sprechen
- Ähnliche Situationen lösen erneute Selbstvorwürfe statt bewusstes anderes Handeln aus
- Der Fehler wird eher verdrängt als wirklich verarbeitet
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches trennen zwei Vorgänge, die sich gegenseitig blockieren: die Scham über den Fehler und die Auswertung des Fehlers. Solange man im Selbsturteil steckt, kommt man an die brauchbaren Lehren nicht heran – Scham verengt den Blick auf «was sagt das über mich?». Schreibt man den Hergang nüchtern auf, wird aus der Wunde ein Fallbeispiel: Das ist passiert, das würde ich anders machen. Die Scham darf daneben stehen, sie muss nur nicht die Feder führen.
Fragen, die dir helfen können
- Was genau ist bei diesem Fehler passiert - ohne Bewertung, nur die Fakten?
- Welche konkreten Umstände haben zu diesem Fehler beigetragen?
- Was würde ich beim nächsten Mal in einer ähnlichen Situation anders machen?
- Wie würde ich über diesen Fehler sprechen, wenn er einer nahestehenden Person passiert wäre?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Den Fehler schriftlich sachlich rekonstruieren, statt ihn nur gedanklich zu wälzen
- Konkrete Lehren aus dem Fehler formulieren, die für die Zukunft nützlich sind
- Scham und Fakten bewusst voneinander trennen
- Mit einer Vertrauensperson offen über den Fehler und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sprechen
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching kann helfen, wenn ein grosser Fehler weiterhin stark belastet und eine konstruktive Verarbeitung aus eigener Kraft nicht gelingt. Ein Anzeichen ist, dass man den Fehler einfach nicht loslassen kann.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird der Fehler strukturiert aufgearbeitet – mit Fokus auf konkrete Erkenntnisse statt auf anhaltende Selbstverurteilung. Der Hergang wird schriftlich sachlich rekonstruiert, konkrete Lehren für die Zukunft formuliert und Scham und Fakten bewusst voneinander getrennt. Ein Gespräch mit einer Vertrauensperson hilft, den Fehler einzuordnen. Was sich verändert: Aus einer Wunde wird ein Fallbeispiel.




