Ellenbogenmentalität im Job aushalten
Ellenbogenmentalität im Job lässt sich selten allein verändern, aber der eigene Umgang damit sehr wohl gestalten. Diese Seite zeigt, wie sich eine gesunde Balance zwischen Selbstschutz und eigenen Werten finden lässt.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Ellenbogenmentalität im Job auszuhalten – ein Umfeld, in dem Konkurrenzdenken und persönlicher Vorteil über Zusammenarbeit gestellt werden – erzeugt anhaltenden Stress und das Gefühl, sich ständig behaupten zu müssen. Erfolge werden von anderen für sich beansprucht, Informationen zurückgehalten, und die eigene Energie fliesst zunehmend in Selbstschutz statt in die Arbeit.
Mögliche Ursachen:
- Eine Unternehmenskultur, die individuelle Leistung über Teamarbeit stellt und dies auch belohnt
- Begrenzte Ressourcen (Beförderungen, Boni), die Konkurrenz unter Kolleg:innen fördern
- Fehlende klare Regeln für faire Zusammenarbeit
- Einzelne Personen im Team, die bewusst auf Kosten anderer agieren
- Die eigene Unsicherheit, wie in einem solchen Umfeld reagiert werden soll
Typische Gedanken:
- Hier ist jeder sich selbst der Nächste
- Wenn ich nicht aufpasse, werde ich ausgenutzt oder übergangen
- Ich will nicht so werden wie die anderen, aber ich muss mich behaupten
- Diese Atmosphäre zehrt an mir
Typische Situationen:
- Erfolge werden von Kolleg:innen für sich beansprucht, obwohl sie gemeinsam erarbeitet wurden
- Informationen werden bewusst zurückgehalten, um sich einen Vorteil zu verschaffen
- Zusammenarbeit fühlt sich eher wie ein Wettbewerb als wie ein gemeinsames Ziel an
- Die eigene Energie geht zunehmend in Selbstschutz statt in die eigentliche Arbeit
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches trennen «mitspielen» von «sich schützen». Die Angst ist, in einem Ellenbogenumfeld selbst zum Ellenbogenmenschen werden zu müssen. Das ist nicht die einzige Option. Man muss nicht auf Kosten anderer agieren – aber man muss aufhören anzunehmen, gute Arbeit spreche für sich selbst. Sichtbarkeit organisieren, Beiträge klar zuordnen, Verbündete pflegen: Das ist Selbstschutz, nicht Mitspielen.
Fragen, die dir helfen können
- Welche konkreten Situationen prägen das Gefühl der Ellenbogenmentalität am stärksten?
- Wie lässt sich die eigene Leistung sichtbar machen, ohne selbst in dieses Verhaltensmuster zu verfallen?
- Welche Verbündeten oder vertrauenswürdigen Personen gibt es im Team trotz allem?
- Ab welchem Punkt würde ein Wechsel des Arbeitsumfelds ernsthaft erwogen werden?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Die eigene Leistung aktiv und rechtzeitig sichtbar machen, statt sich darauf zu verlassen, dass sie gesehen wird
- Klare persönliche Grenzen für den Umgang mit unfairen Verhaltensweisen setzen
- Verbündete im Team gezielt aufbauen und pflegen
- Die eigene Belastung durch das Arbeitsklima regelmässig ehrlich einschätzen
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn das Arbeitsklima stark belastet, wenn du fürchtest, ausgenutzt oder übergangen zu werden, sobald du nicht aufpasst, oder wenn dein Umgang damit unklar bleibt – dann lohnt sich eine Strategie.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach hilft, die eigene Leistung aktiv und rechtzeitig sichtbar zu machen statt darauf zu vertrauen, dass sie gesehen wird, klare Grenzen für unfaire Verhaltensweisen zu setzen und gezielt Verbündete im Team aufzubauen. Was sich verändert: Aus reinem Aushalten wird ein bewusster Umgang, der die eigenen Werte nicht opfert.

