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Entscheidungen treffen müssen, aber Angst vor der Verantwortung

Die Angst vor Verantwortung als Führungskraft lässt sich nicht durch das Vermeiden von Entscheidungen auflösen, sondern durch einen bewussteren Umgang mit Unsicherheit. Diese Seite zeigt einen Weg dorthin.

Was hinter dieser Situation stecken kann

Als Führungskraft Entscheidungen treffen zu müssen, aber von der Verantwortung dahinter gelähmt zu werden, ist eine häufige Erfahrung besonders neuer Führungskräfte: Die Angst vor einer falschen Entscheidung verlangsamt jeden Prozess. Man zögert selbst einfache Entscheidungen hinaus, rückversichert sich mehrfach, obwohl die eigene Einschätzung klar ist, und zweifelt danach anhaltend.

Mögliche Ursachen:

  • Die neue Tragweite von Entscheidungen, die vorher nicht in dieser Form bestand
  • Fehlende Erfahrung im Treffen von Entscheidungen unter Unsicherheit
  • Hohe eigene Ansprüche, keine Fehler machen zu dürfen
  • Die Sorge, wie eine Fehlentscheidung von Vorgesetzten oder dem Team bewertet würde
  • Ein Impostor-Gefühl, die Verantwortung eigentlich nicht verdient zu haben

Typische Gedanken:

  • Was, wenn ich die falsche Entscheidung treffe?
  • Die Verantwortung ist mir eigentlich zu gross
  • Ich müsste eigentlich sicherer auftreten, als ich mich fühle
  • Was, wenn andere merken, dass ich unsicher bin?

Typische Situationen:

  • Einfache Entscheidungen unverhältnismässig lange hinauszögern
  • Sich bei Entscheidungen mehrfach rückversichern, obwohl die eigene Einschätzung eigentlich klar ist
  • Nach getroffenen Entscheidungen anhaltend an ihnen zweifeln
  • Verantwortung lieber an andere abgeben wollen, statt selbst zu entscheiden

Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen

Erfahrene Coaches unterscheiden die Entscheidung vom Ergebnis. Man verantwortet, wie man entscheidet – ob man die verfügbaren Informationen sauber abwägt, die Beteiligten hört, rechtzeitig handelt. Das Ergebnis hängt zusätzlich von Faktoren ab, die niemand vollständig kennt. Eine gute Entscheidung kann schlecht ausgehen, eine schlechte kann Glück haben. Wer sich am Ergebnis misst, das er nicht kontrolliert, bleibt gelähmt. Wer sich am Prozess misst, kann handeln.

Fragen, die dir helfen können

  • Welche konkrete Sorge steckt hinter der Angst vor der Entscheidung - eine falsche Entscheidung oder deren Bewertung durch andere?
  • Wie wurden bisherige, kleinere Entscheidungen tatsächlich bewertet - schlechter, als befürchtet?
  • Was würde eine "gute genug" statt einer perfekten Entscheidung bedeuten?
  • Welche Unterstützung (Rücksprache, Fristen, Kriterien) würde Entscheidungen erleichtern?

Was du selbst ausprobieren kannst

  • Für wiederkehrende Entscheidungssituationen klare eigene Kriterien entwickeln
  • Sich bewusst eine Frist für Entscheidungen setzen, um Aufschieben zu vermeiden
  • Mit einer erfahrenen Führungskraft über den eigenen Umgang mit Verantwortung sprechen
  • Vergangene Entscheidungen rückblickend nüchtern bewerten, um das eigene Urteilsvermögen realistisch einzuschätzen

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn die Angst vor Verantwortung deine Entscheidungen regelmässig verzögert oder blockiert, wenn du Entscheidungen am liebsten an andere abgeben würdest, oder wenn du nach jeder getroffenen Entscheidung weiterzweifelst – dann lohnt es sich, gezielt am Umgang mit Unsicherheit zu arbeiten.

Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann

Ein Coach hilft, für wiederkehrende Situationen eigene Entscheidungskriterien zu entwickeln und sich bewusst Fristen zu setzen. Vergangene Entscheidungen werden rückblickend nüchtern bewertet, um das eigene Urteilsvermögen realistisch einzuschätzen. Was sich verändert: Entscheidungen bekommen einen Prozess, an dem man sich festhalten kann, statt jedes Mal bei null anzufangen.

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