Erste Mitarbeitergespräche führen und keine Ahnung wie
Mitarbeitergespräche lassen sich mit einer klaren Struktur vorbereiten und gewinnen mit der Zeit an Selbstverständlichkeit. Diese Seite zeigt, wie ein gutes Gespräch aufgebaut werden kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Die ersten Mitarbeitergespräche zu führen, ohne Erfahrung damit, löst bei vielen neuen Führungskräften Unsicherheit aus – vom richtigen Einstieg bis zum Umgang mit unangenehmem Feedback ist vieles unklar. Man überlegt stundenlang, wie das Gespräch beginnen soll, weiss im Gespräch nicht, wie viel Raum das Gegenüber bekommen soll, und vermeidet Kritikpunkte aus Sorge vor der Reaktion.
Mögliche Ursachen:
- Fehlende Vorbereitung oder Schulung für Mitarbeitergespräche
- Unsicherheit über die passende Struktur und Gesprächsführung
- Die Sorge, negatives Feedback falsch zu formulieren oder das Gespräch eskalieren zu lassen
- Fehlende Erfahrung damit, ein Gespräch aktiv zu steuern statt nur zu reagieren
- Der Anspruch, das Gespräch von Anfang an perfekt zu führen
Typische Gedanken:
- Was, wenn ich die falschen Fragen stelle?
- Wie gehe ich mit negativer Rückmeldung um, ohne die Person zu verletzen?
- Ich habe keine Vorlage, an der ich mich orientieren kann
- Was, wenn das Gespräch unangenehm wird?
Typische Situationen:
- Vor dem ersten Mitarbeitergespräch stundenlang überlegen, wie es beginnen soll
- Im Gespräch unsicher sein, wie viel Raum der oder die Mitarbeitende bekommen soll
- Nach dem Gespräch unsicher bleiben, ob die wichtigen Punkte angesprochen wurden
- Kritikpunkte im Gespräch bewusst vermeiden, aus Sorge vor einer schlechten Reaktion
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches unterscheiden Steuern von Reagieren. Die verbreitete Angst ist, im Gespräch auf jede Wendung die perfekte Antwort haben zu müssen. Ein Gespräch zu führen heisst aber nicht, alles zu wissen – es heisst, den Rahmen zu halten: beim Thema bleiben, für Klarheit sorgen, das Ende sauber setzen. Wer sich diese Aufgabe zutraut, muss nicht auf jede Frage sofort eine Antwort haben, sondern darf auch «darüber denke ich nach» sagen.
Fragen, die dir helfen können
- Was ist das konkrete Ziel dieses Gesprächs - Feedback, Zielvereinbarung oder etwas anderes?
- Welche zwei bis drei zentralen Punkte müssen im Gespräch unbedingt angesprochen werden?
- Wie kann Kritik so formuliert werden, dass sie konkret und konstruktiv statt verletzend wirkt?
- Wie viel Raum sollte dem Gegenüber im Gespräch gegeben werden?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Eine einfache Gesprächsstruktur (Einstieg, Kernthema, Ausblick) für sich festlegen
- Die wichtigsten Punkte des Gesprächs vorab schriftlich notieren
- Ein Probegespräch mit einer vertrauten Person üben
- Sich nach dem Gespräch bewusst Zeit für eine kurze Reflexion nehmen
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn dir eine klare Struktur für die Gesprächsführung fehlt, wenn du nach dem Gespräch unsicher bleibst, ob die wichtigen Punkte wirklich angesprochen wurden, oder wenn du Kritik lieber ganz weglässt – dann lohnt sich eine gezielte Vorbereitung.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach erarbeitet mit dir eine einfache, wiederverwendbare Gesprächsstruktur – Einstieg, Kernthema, Ausblick – und übt konkret an der eigenen Gesprächsführung, auch am Formulieren von Kritik. Ein Probegespräch gehört meist dazu. Was sich verändert: Aus einem gefürchteten Termin wird ein Ablauf, den du kennst und der mit jeder Wiederholung leichter wird.

