Zu nett als Chef – das Team nutzt es aus
Freundlichkeit und klare Führung schliessen sich nicht aus - im Gegenteil, klare Grenzen sind oft die Voraussetzung für echten Respekt. Diese Seite zeigt, wie beides zusammengeht.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Als besonders netter, konfliktscheuer Chef wahrgenommen zu werden und zu merken, dass das Team diese Freundlichkeit ausnutzt, ist eine schmerzhafte Erkenntnis - vor allem, weil die eigene Absicht, ein gutes Verhältnis zum Team zu pflegen, dabei ins Gegenteil verkehrt wird.
Mögliche Ursachen:
- Fehlende klare Grenzen von Beginn der Führungsrolle an
- Die Sorge, durch klare Ansagen unbeliebt zu werden
- Ein grundsätzlich konfliktscheuer Führungsstil
- Fehlende Konsequenz bei nicht eingehaltenen Absprachen
- Die Verwechslung von Freundlichkeit mit Nachgiebigkeit
Typische Gedanken:
- Wenn ich strenger werde, mag mich das Team nicht mehr
- Ich will einfach nicht der unangenehme Chef sein
- Warum nutzen die anderen das aus, obwohl ich es doch gut meine?
- Ich weiss nicht, wie ich jetzt noch Grenzen setzen kann, ohne unglaubwürdig zu wirken
Typische Situationen:
- Absprachen werden vom Team wiederholt nicht eingehalten, ohne Konsequenzen
- Aufgaben werden an die Führungskraft zurückdelegiert, statt selbst übernommen zu werden
- Kritik wird vermieden, obwohl sie eigentlich notwendig wäre
- Das Gefühl, im Team weniger ernst genommen zu werden als andere Führungskräfte
Fragen, die dir helfen können
- An welchen konkreten Stellen wird die eigene Freundlichkeit tatsächlich ausgenutzt?
- Welche Grenze müsste zuerst gesetzt werden, um spürbar etwas zu verändern?
- Woher kommt die Sorge, durch klare Ansagen unbeliebt zu werden?
- Wie könnte konsequentes, aber freundliches Auftreten konkret aussehen?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Eine konkrete, wiederkehrende Situation identifizieren, in der zukünftig klarer reagiert werden soll
- Konsequenzen für nicht eingehaltene Absprachen im Vorfeld festlegen und kommunizieren
- Feedback und Kritik bewusst üben, statt sie zu vermeiden
- Sich bewusst machen, dass Respekt und Sympathie nicht dasselbe sind
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Ein Coaching hilft, wenn die eigene Freundlichkeit als Führungskraft wiederholt ausgenutzt wird und klare Grenzen allein schwerfallen.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Im Coaching wird ein Führungsstil entwickelt, der Freundlichkeit und klare Konsequenz miteinander verbindet.

