Für eine Führungsposition infrage kommen, aber nicht bereit fühlen
Zweifel vor einer Führungsposition sind normal und sagen wenig über die tatsächliche Eignung aus. Diese Seite zeigt, wie sich diese Entscheidung reflektiert angehen lässt.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Für eine Führungsposition infrage zu kommen, sich selbst aber noch nicht bereit dafür zu fühlen, ist ein häufiges Spannungsfeld zwischen einer echten Chance und dem Zweifel an der eigenen Eignung. Oft fehlt Führungserfahrung, die Ansprüche an das Bild einer «guten» Führungskraft sind hoch, und die Sorge, ehemalige gleichrangige Kolleginnen und Kollegen zu verlieren, kommt dazu.
Mögliche Ursachen:
- Fehlende bisherige Führungserfahrung, die Unsicherheit über die eigene Eignung auslöst
- Das sogenannte Impostor-Phänomen - das Gefühl, die eigenen Fähigkeiten nicht zu verdienen
- Die Sorge, als Führungskraft Kolleg:innen zu verlieren, die vorher Gleichgestellte waren
- Hohe eigene Ansprüche an das Bild einer "guten" Führungskraft
- Fehlende klare Vorstellung davon, was die neue Rolle konkret bedeuten würde
Typische Gedanken:
- Ich habe noch nie geführt, wie soll ich das können?
- Was, wenn ich als Führungskraft scheitere?
- Andere sind bestimmt geeigneter als ich
- Ich will die Position nicht annehmen und dann enttäuschen
Typische Situationen:
- Ein Angebot für eine Führungsposition erhalten und mit Zweifeln statt Freude reagieren
- Sich intensiv mit dem Gedanken beschäftigen, ob eine Absage die sicherere Wahl wäre
- Vergleich mit erfahrenen Führungskräften, der die eigene Unsicherheit verstärkt
- Sich Sorgen um die Reaktion ehemaliger Kolleg:innen auf die neue Rolle machen
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches unterscheiden «bereit fühlen» von «bereit sein». Das Gefühl der Bereitschaft stellt sich fast nie vor der Rolle ein – es entsteht in den ersten Monaten, durch echte Situationen und erste kleine Erfolge. Wer wartet, bis sich Führung sicher anfühlt, wartet vergeblich. Die realistischere Frage ist: Bin ich bereit, in die Rolle hineinzulernen, mit Fehlern und Unterstützung? Diese Bereitschaft kann man haben, bevor das Gefühl kommt.
Fragen, die dir helfen können
- Welche konkreten Fähigkeiten werden für die Position tatsächlich erwartet - und welche davon sind schon vorhanden?
- Was genau macht die Vorstellung, als Führungskraft zu scheitern, so bedrohlich?
- Wie könnte ein Einstieg in die Führungsrolle mit Unterstützung statt vollständiger Eigenständigkeit aussehen?
- Was würde die Entscheidung leichter machen - mehr Erfahrung, mehr Zutrauen oder mehr Klarheit über die Rolle?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Ein offenes Gespräch mit der eigenen Führungskraft über Erwartungen und Unterstützung suchen
- Sich mit anderen (neuen) Führungskräften über deren Erfahrungen austauschen
- Die eigenen bisherigen informellen Führungserfahrungen bewusst sichtbar machen
- Prüfen, ob eine Einarbeitungsphase oder ein Mentoring für den Einstieg möglich ist
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn die Zweifel an der eigenen Eignung eine an sich attraktive Chance zu blockieren drohen, wenn du auf ein Angebot mit Sorge statt Freude reagierst, oder wenn du dich intensiv fragst, ob eine Absage die sicherere Wahl wäre – dann lohnt sich eine reflektierte Auseinandersetzung, bevor du entscheidest.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach trennt realistische Entwicklungsfelder von übertriebenem Selbstzweifel. Konkret wird geklärt, was die Rolle tatsächlich verlangt, welche informellen Führungserfahrungen du schon hast und welche Unterstützung – Einarbeitung, Mentoring – möglich wäre. Was sich verändert: Aus einer diffusen Angst wird eine konkrete Liste dessen, was du kannst und was du dir noch aneignen würdest.




