Immer mehr Aufgaben durch Stellenabbau im Team
Nach einem Stellenabbau braucht es ein offenes Gespräch über Prioritäten und realistische Kapazitäten - sonst wird die Mehrbelastung zum Dauerzustand. Diese Seite zeigt, wie dieses Gespräch gelingen kann.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Nach einem Stellenabbau bleibt oft die gleiche Menge Arbeit auf weniger Schultern verteilt – die verbleibenden Mitarbeitenden geraten in Überlastung, ohne dass sich kurzfristig etwas ändert. Aufgaben ehemaliger Kolleginnen werden zusätzlich übernommen, Überstunden werden zur neuen Normalität, und die Sorge vor weiterem Abbau erschwert es, die Belastung offen anzusprechen.
Mögliche Ursachen:
- Der Stellenabbau wurde ohne entsprechende Anpassung der Arbeitsmenge umgesetzt
- Fehlende Priorisierung, welche Aufgaben angesichts der reduzierten Kapazität überhaupt noch geleistet werden können
- Die Erwartungshaltung des Unternehmens, dass die verbleibenden Mitarbeitenden die Lücke einfach auffangen
- Fehlende offene Kommunikation über die tatsächliche Belastungssituation
- Die eigene Schwierigkeit, zusätzliche Aufgaben abzulehnen
Typische Gedanken:
- Wie soll ich das alles allein schaffen?
- Ich habe Angst, dass ich der oder die Nächste bin, wenn ich nicht mehr leiste
- Niemand scheint zu sehen, wie viel mehr Arbeit das jetzt ist
- Ich kann so nicht dauerhaft weitermachen
Typische Situationen:
- Aufgaben ehemaliger Kolleg:innen werden zusätzlich übernommen, ohne dass die eigene Kapazität angepasst wird
- Regelmässige Überstunden werden zur neuen Normalität
- Erschöpfung nimmt spürbar zu, ohne dass sich an der Struktur etwas ändert
- Die Sorge vor weiterem Stellenabbau erschwert es, die Belastung offen anzusprechen
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches machen deutlich: Wenn dieselbe Arbeit auf weniger Menschen verteilt wird, ist Priorisierung eine Führungsaufgabe, keine private Aufgabe. Die Lücke stillschweigend mit Überstunden zu füllen, nimmt dem Unternehmen den Anlass, die Prioritäten anzupassen – die Überlastung wird dadurch unsichtbar und damit dauerhaft. Der eigene Beitrag ist nicht, mehr zu schaffen, sondern die Frage «was davon lassen wir jetzt weg?» auf den Tisch zu bringen.
Fragen, die dir helfen können
- Welche konkreten Aufgaben sind seit dem Stellenabbau zusätzlich hinzugekommen?
- Was würde eine realistische Priorisierung der Aufgaben angesichts der reduzierten Kapazität bedeuten?
- Wie könnte die Mehrbelastung sachlich, ohne Vorwurf, gegenüber der Führung angesprochen werden?
- Welche Aufgaben liessen sich reduzieren, verschieben oder anders verteilen?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Die eigene Arbeitsbelastung über einen bestimmten Zeitraum konkret dokumentieren
- Ein Gespräch mit der Führungskraft über realistische Prioritäten suchen
- Gemeinsam mit dem Team eine faire Aufgabenverteilung erarbeiten
- Klare Grenzen für die eigene Belastbarkeit setzen und kommunizieren
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn die Mehrbelastung nach einem Stellenabbau zur dauerhaften Überforderung wird, wenn du Angst hast, der oder die Nächste zu sein, wenn du weniger leistest, oder wenn ein klärendes Gespräch schwerfällt – dann lohnt es sich, die Lage sichtbar zu machen.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach hilft, die eigene Arbeitsbelastung über einen Zeitraum konkret zu dokumentieren und daraus eine sachliche Argumentation für ein Gespräch über realistische Prioritäten zu entwickeln. Klare Grenzen für die eigene Belastbarkeit werden formuliert. Was sich verändert: Aus stillem Auffangen wird ein Gespräch über das, was mit weniger Leuten überhaupt leistbar ist.

