In Meetings traut man sich nicht, die eigene Meinung zu sagen
Sich in Meetings nicht zu trauen, die eigene Meinung zu sagen, hat selten mit fehlender Kompetenz zu tun - meist mit der Angst vor Bewertung. Diese Seite zeigt, wie sich dieser Schritt leichter wagen lässt.
Was hinter dieser Situation stecken kann
In Meetings gäbe es durchaus etwas zu sagen – doch im entscheidenden Moment bleibt die eigene Meinung unausgesprochen. Nach dem Meeting bleibt oft das Gefühl, wieder eine Gelegenheit verpasst zu haben; manchmal äussert später jemand einen ähnlichen Gedanken und bekommt dafür Anerkennung.
Mögliche Ursachen:
- Angst vor negativer Bewertung durch Vorgesetzte oder Kolleginnen und Kollegen
- Die Sorge, etwas Falsches oder bereits Gesagtes beizutragen
- Geringes Vertrauen in den Wert der eigenen Beiträge
- Fehlende Übung darin, sich in Gruppen aktiv zu positionieren
Typische Gedanken:
- Vielleicht ist meine Idee gar nicht so wichtig
- Was, wenn ich etwas Falsches sage?
- Andere trauen sich viel leichter, ihre Meinung zu äussern
- Nach dem Meeting ärgere ich mich oft, nichts gesagt zu haben
Typische Situationen:
- Eine gute Idee wird gedanklich vorbereitet, aber im Meeting nicht ausgesprochen
- Eine andere Person äussert später einen ähnlichen Gedanken und erhält dafür Anerkennung
- Sich in grösseren Gruppen besonders zurückhalten
- Die eigene Meinung erst nach dem Meeting in einem Vier-Augen-Gespräch äussern
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches machen den Denkfehler sichtbar: Man misst den eigenen Beitrag am erwarteten Urteil der anderen, nicht an seinem Inhalt. «Ist meine Idee gut genug, um das Risiko einer schlechten Bewertung wert zu sein?» – so gestellt verliert fast jeder Beitrag. Die nützlichere Frage: Bringt dieser Gedanke die Sache voran? Wenn ja, gehört er auf den Tisch, unabhängig davon, ob er perfekt formuliert ist.
Fragen, die dir helfen können
- Was genau befürchte ich, wenn ich meine Meinung in einem Meeting äussere?
- Wie oft haben ähnliche Wortmeldungen anderer tatsächlich negative Reaktionen ausgelöst?
- Welche kleine, risikoarme Gelegenheit könnte ich nutzen, um mich zu äussern?
- Was würde sich verändern, wenn meine Beiträge regelmässiger gehört würden?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Sich vor dem Meeting einen konkreten Beitrag vornehmen und notieren
- Mit einer kurzen, einfachen Wortmeldung beginnen, statt gleich einer grossen Position
- Sich bewusst früh im Meeting zu Wort melden, bevor die Hemmschwelle steigt
- Nach jedem geäusserten Beitrag bewusst wahrnehmen, wie die Reaktion tatsächlich ausfällt
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn deine Meinung in Meetings regelmässig unausgesprochen bleibt und das deine berufliche Entwicklung beeinträchtigt, wenn du dich hinterher ärgerst, oder wenn du dich in grösseren Gruppen besonders zurückhältst – dann lohnt es sich, das gezielt zu üben.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach hilft, sich vor dem Meeting einen konkreten Beitrag vorzunehmen und zu notieren, mit einer kurzen einfachen Wortmeldung zu beginnen statt gleich einer grossen Position und sich bewusst früh zu Wort zu melden, bevor die Hemmschwelle steigt. Nach jedem Beitrag wird bewusst wahrgenommen, wie die Reaktion tatsächlich ausfällt. Was sich verändert: Das Sich-Einbringen wird zur Routine.




