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Unsicher, ob der eigene Chef ein toxischer Vorgesetzter ist

Ob ein Verhalten toxisch ist, lässt sich anhand konkreter Muster einordnen statt allein am eigenen Gefühl. Diese Seite hilft, diese Einordnung vorzunehmen und mögliche nächste Schritte zu klären.

Was hinter dieser Situation stecken kann

Sich unsicher zu sein, ob der eigene Chef tatsächlich toxisches Verhalten zeigt oder ob die eigene Wahrnehmung übertrieben ist, macht die Situation zusätzlich belastend. Nach Gesprächen fühlt man sich regelmässig klein oder verunsichert, das Verhalten ist widersprüchlich und schwer einzuordnen, und man weiss irgendwann nicht mehr, was gesundes Führungsverhalten überhaupt ist.

Mögliche Ursachen:

  • Wiederholtes abwertendes, unberechenbares oder manipulatives Verhalten des Vorgesetzten
  • Fehlende Vergleichsmöglichkeit, wie ein gesundes Führungsverhalten aussieht
  • Die eigene Tendenz, das Verhalten des Chefs zu rechtfertigen oder kleinzureden
  • Isolation im Arbeitsumfeld, die eine Einordnung von aussen erschwert
  • Frühere Erfahrungen, die die eigene Wahrnehmung von "normal" verschoben haben

Typische Gedanken:

  • Bilde ich mir das nur ein?
  • Ist das wirklich so schlimm, oder bin ich zu empfindlich?
  • Andere scheinen damit klarzukommen, warum ich nicht?
  • Ich weiss nicht mehr, was normales Führungsverhalten überhaupt ist

Typische Situationen:

  • Nach Gesprächen mit dem Chef regelmässig verunsichert oder klein fühlen
  • Widersprüchliches Verhalten des Chefs erleben, das schwer einzuordnen ist
  • Eigene Grenzen wiederholt überschritten sehen, ohne dagegen vorzugehen
  • Sich mit Kolleg:innen über das Verhalten des Chefs austauschen, ohne zu einer klaren Einschätzung zu kommen

Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen

Erfahrene Coaches unterscheiden das Gefühl vom Muster. Ein einzelner schlechter Tag, eine harte Rückmeldung – das macht keinen toxischen Chef. Toxisch beschreibt ein wiederkehrendes Muster über Zeit: abwertend, unberechenbar, grenzüberschreitend, und die eigene Wahrnehmung wird systematisch infrage gestellt. Genau deshalb hilft Dokumentation: Sie verwandelt ein diffuses Gefühl in eine Reihe konkreter Vorfälle, die man prüfen und anderen zeigen kann.

Fragen, die dir helfen können

  • Welche konkreten Verhaltensweisen des Chefs lösen die grösste Verunsicherung aus?
  • Wiederholen sich bestimmte Muster (z. B. Herabsetzung, Unberechenbarkeit) regelmässig?
  • Wie reagieren andere Teammitglieder auf das Verhalten des Chefs?
  • Was würde helfen, die eigene Wahrnehmung von aussen bestätigt oder eingeordnet zu bekommen?

Was du selbst ausprobieren kannst

  • Konkrete Situationen schriftlich dokumentieren, um Muster sichtbar zu machen
  • Mit einer vertrauten, aussenstehenden Person über die Beobachtungen sprechen
  • Sich über gesunde vs. toxische Führungsmuster informieren, um eine Einordnung vorzunehmen
  • Prüfen, ob im Unternehmen HR oder andere Ansprechpartner:innen für solche Situationen existieren

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn die Unsicherheit über das Verhalten des Chefs stark belastet, wenn du deine eigenen Grenzen wiederholt überschritten siehst, ohne dagegen vorzugehen, oder wenn dir eine Einordnung von aussen fehlt – dann lohnt es sich, Klarheit zu schaffen.

Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann

Ein Coach hilft, konkrete Situationen schriftlich zu dokumentieren, um Muster sichtbar zu machen, und ordnet das erlebte Verhalten anhand bekannter Merkmale gesunder und schädlicher Führung ein. Geprüft wird auch, welche Anlaufstellen – HR, Vertrauensperson – es gibt. Was sich verändert: Aus «bilde ich mir das ein?» wird eine belegbare Einschätzung als Grundlage für weitere Schritte.

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