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Eigene Erfolge dem Zufall statt der eigenen Leistung zuschreiben

Erfolge dem Zufall statt der eigenen Leistung zuzuschreiben, ist ein verbreitetes Denkmuster, das sich gezielt hinterfragen lässt. Diese Seite zeigt, wie ein realistischeres Bild der eigenen Wirksamkeit entsteht.

Was hinter dieser Situation stecken kann

Eigene Erfolge werden eher dem Zufall, günstigen Umständen oder der Hilfe anderer zugeschrieben als der eigenen Leistung. Das verhindert, sich selbst als kompetent und wirksam zu erleben. Nach einem Erfolg wird sofort die Rolle anderer betont oder «reiner Zufall» kommentiert – während Misserfolge sehr direkt und ausschliesslich der eigenen Person angelastet werden.

Mögliche Ursachen:

  • Ein geringes Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Erfolge selbst herbeigeführt zu haben
  • Die Sorge, durch das Anerkennen eigener Leistung überheblich zu wirken
  • Frühere Erfahrungen, in denen Erfolge nie der eigenen Person zugeschrieben wurden
  • Ein verzerrtes Denkmuster, das Misserfolge sich selbst, Erfolge aber äusseren Umständen zuschreibt

Typische Gedanken:

  • Ich hatte einfach Glück, dass das geklappt hat
  • Andere haben da eigentlich mehr beigetragen als ich
  • Ich kann nicht wirklich behaupten, dass das meine Leistung war
  • Was, wenn ich beim nächsten Mal nicht so viel Glück habe?

Typische Situationen:

  • Nach einem beruflichen Erfolg sofort die Rolle von Kolleginnen oder Kollegen betonen
  • Erfolge mit "das war reiner Zufall" kommentieren
  • Misserfolge dagegen sehr direkt und ausschliesslich der eigenen Person zuschreiben
  • Sich nach einem Erfolg fragen, ob er sich beim nächsten Mal wiederholen lässt

Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen

Erfahrene Coaches nennen es asymmetrische Buchführung. Misserfolge werden voll auf das eigene Konto gebucht – «da habe ich versagt». Erfolge landen auf einem anderen Konto: Glück, Umstände, die anderen. Eine Buchhaltung, die alle Verluste dir und alle Gewinne dem Zufall zuschreibt, zeigt zwangsläufig immer ein Defizit – egal wie gut es tatsächlich läuft. Der erste Schritt ist, beide Seiten nach denselben Regeln zu verbuchen.

Fragen, die dir helfen können

  • Welche konkreten eigenen Handlungen haben zu diesem Erfolg tatsächlich beigetragen?
  • Würde ich den Erfolg einer anderen Person genauso schnell dem Zufall zuschreiben?
  • Wie erkläre ich mir eigene Misserfolge - mit den gleichen oder anderen Massstäben?
  • Was würde sich verändern, wenn ich meinen Anteil an einem Erfolg bewusst anerkenne?

Was du selbst ausprobieren kannst

  • Nach einem Erfolg bewusst die eigenen konkreten Handlungen dahinter benennen
  • Erfolge und Misserfolge nach denselben, fairen Massstäben bewerten
  • Ein Erfolgstagebuch führen, das den eigenen Anteil explizit festhält
  • Sich bei Erfolgen bewusst fragen: "Was habe ich dafür konkret getan?"

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn die eigene Leistung bei Erfolgen systematisch kleingeredet wird und das Selbstvertrauen dadurch schwach bleibt, wenn du dich nach jedem Erfolg fragst, ob er sich wiederholen lässt, oder wenn du bei «das war doch nur Glück» bleibst – dann lohnt es sich, das Muster sichtbar zu machen.

Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann

Ein Coach macht das verzerrte Zuschreibungsmuster sichtbar und ersetzt es durch eine realistischere Einschätzung: nach einem Erfolg die eigenen konkreten Handlungen dahinter benennen, Erfolge und Misserfolge nach denselben Massstäben bewerten, ein Erfolgstagebuch führen. Was sich verändert: Die eigene Wirksamkeit wird erlebbar.

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