Angst, beim nächsten Mal nicht mehr zu genügen
Die Angst, beim nächsten Mal nicht mehr zu genügen, entsteht oft aus einem sich selbst verstärkenden Erwartungsdruck. Diese Seite zeigt, wie sich dieser Kreislauf durchbrechen lässt.
Was hinter dieser Situation stecken kann
Nach einem erfolgreichen Projekt oder einer guten Leistung folgt statt Erleichterung schon die Sorge um das nächste Mal – ob die Leistung wiederholt werden kann. Diese Angst überschattet den eigentlichen Erfolg: Man denkt sofort an die nächste Aufgabe, setzt sich früh unter Druck, und der Erfolg wird eher mit Erleichterung als mit Stolz erlebt.
Mögliche Ursachen:
- Erfolg wird als Ausnahme statt als Ausdruck der eigenen Fähigkeit erlebt
- Ein hoher, sich stetig steigender eigener Erwartungsdruck
- Die Sorge, einmal erreichte Standards nicht mehr halten zu können
- Fehlendes Vertrauen in die eigene Konstanz der Leistungsfähigkeit
Typische Gedanken:
- Diesmal hat es geklappt, aber was ist beim nächsten Mal?
- Ich habe Angst, dass ich diesen Standard nicht halten kann
- Der Druck steigt mit jedem Erfolg weiter an
- Irgendwann werde ich nicht mehr genügen
Typische Situationen:
- Nach einer erfolgreichen Präsentation sofort an die nächste denken, statt den Erfolg zu geniessen
- Sich schon vor einer neuen Aufgabe stark unter Druck setzen
- Erfolg wird eher mit Erleichterung als mit Stolz wahrgenommen
- Ein ständiges Gefühl, "noch nicht am Ziel" zu sein
Wie erfahrene Coaches auf diese Situation schauen
Erfahrene Coaches verbinden diese Angst mit der Zuschreibungsfrage: Wer den letzten Erfolg als Ausnahme verbucht – Glück, ein guter Tag –, muss vor dem nächsten Mal Angst haben, weil die Ausnahme sich ja nicht wiederholen lässt. Wer den Erfolg dagegen der eigenen Fähigkeit zuschreibt, hat einen Grund für Zuversicht: Was einmal aus Können entstanden ist, kann wieder entstehen. Die Angst vor dem nächsten Mal beginnt bei der Deutung des letzten Mals.
Fragen, die dir helfen können
- Was genau würde passieren, wenn ich beim nächsten Mal nicht denselben Standard erreiche?
- Wie oft habe ich in der Vergangenheit tatsächlich "nicht genügt" - realistisch betrachtet?
- Woher stammt mein Anspruch, jede Leistung noch übertreffen zu müssen?
- Was würde sich verändern, wenn "gut genug" tatsächlich genug wäre?
Was du selbst ausprobieren kannst
- Nach einem Erfolg bewusst eine Pause einlegen, bevor der nächste Druck aufgebaut wird
- Den eigenen Erwartungsmassstab kritisch auf Realismus prüfen
- Erfolge unabhängig von zukünftigen Anforderungen würdigen
- Sich bewusst machen, dass Schwankungen in der Leistung normal und menschlich sind
Wann Unterstützung sinnvoll sein kann
Wenn die Angst vor zukünftigem Versagen jeden Erfolg überschattet, wenn der Druck mit jedem Erfolg weiter steigt, oder wenn du das Gefühl hast, irgendwann nicht mehr zu genügen – dann lohnt es sich, den Erwartungsmassstab anzuschauen.
Wie ein Coach bei diesem Thema helfen kann
Ein Coach hilft, den eigenen Erwartungsmassstab auf Realismus zu prüfen, nach einem Erfolg bewusst eine Pause einzulegen, bevor der nächste Druck aufgebaut wird, und Erfolge unabhängig von künftigen Anforderungen zu würdigen. Was sich verändert: Der Erfolg darf für sich stehen, statt sofort zur Messlatte für das Nächste zu werden.




